In dem Workshop wird die Frage nach den unterschiedlichen (geschichtlichen) weltanschaulichen, philosophischen und gesellschaftspolitischen Zugängen und Modellen zum Grundeinkommen kontrovers diskutiert.
Referent/-innen: Dr. Sascha Liebermann, Thomas LödingModeration: Ronald Blaschke
Wird eine Grundeinkommensgesellschaft sich dadurch auszeichnen, dass es in ihr möglich ist, auf Kosten der Allgemeinheit zu leben, ohne selber einen nützlichen Beitrag zu leisten, oder soll es in der Grundeinkommensgesellschaft Mitwirkungspflichten gegen?
Referent/-innen: Wilhelm Nestle, Robert UlmerDer Aspekt der Umverteilung von Oben nach Unten ist bei der derzeitigen Tendenz der immer größer werdenden Kluft zwischen arm und reich ein wichtiger Punkt, zu dem das BGE – je nach Ausgestaltung des Modells - einen Beitrag leisten kann.
Referent/-innen: Dr. Christian Fuchs, Frank TillmannIst ein bedingungsloses Grundeinkommen innerhalb einer kapitalistischen Wirtschaftordnung überhaupt denkbar? Oder würde seine Einführung nicht umgekehrt die Stärkung und Festigung des Kapitalismus für lange Zeit bedeuten?
Referent/-innen: Werner Rätz, Andreas ExnerDer Workshop ist als Dialog angelegt, um insbesondere auf kritische Fragen hinsichtlich der Konsumsteuerfinanzierung des Grundeinkommens und deren Auswirkung einzugehen.
Referent/-innen: Prof. Götz W. Werner, Peter DellbrüggerErwerbsloseninitiativen vergleichen die staatlichen Existenzsicherungen und Absichtsbekundungen, die reale soziale Lage sowie die Entwicklung des sozialen Widerstandes.
Referent/-innen: Harald Rein, Peter Gach, Prof. Jose Iglesias FernandezErwerbsloseninitiativen verschiedener Länder diskutieren Erfahrungen und Ergebnisse sozialer Kämpfe für eine ausreichende Existenzsicherung ohne Zwang und Vermögensanrechnung und gegen Kontrollen sowie Wege für eine Umverteilung von oben nach unten hin zu einem bedingungslosen Grundeinkommen und eine kostenlose soziale Infrastruktur. Wir möchten VertreterInnen von Erwerbsloseninitiativen aus Argentinien, Brasilien, Spanien, Uruguay, Marokko, Italien, Frankreich oder anderen Ländern [...]
Referent/-innen: Martin Schütte, Anne Allex, Prof. Jose Iglesias Fernandez, Manolo Saez Bayona, Mariano DiezSind die Sozialstaats-Modelle von gestern noch geeignet, den Menschen von heute Demokratie und Freiheit zu ermöglichen? Bedarf ein Mehr an Freiheit und Demokratie nicht einer Reform der Gesellschaftsordnungen? Ermöglicht oder erfordert die heute erreichbare wirtschaftliche Produktivität eine Neuorientierung des Sozialstaates und wie könnte dieser ausgestaltet sein, um eine bessere Selbstentfaltung der Menschen zu gewährleisten?
Der Workshop bietet als Lösungsvariante dieser Fragen den „Emanzipatorischen Sozialstaat“, als kompletten Gegenentwurf zu Kommunismus und Kapitalismus. In einer emanzipatorischen Gesellschaftsordnung liefert ein BGE den Bürgerinnen und Bürgern die nötige monetäre Grundausstattung zur Selbstenfaltung.
Anhand einer zeit-angepassten Definition des „emanzipatorischen Sozialstaates“ wird in der gebotenen Kürze auf dessen mögliche Ausgestaltung, sowie auf die allgemeinen Wechselwirkungen zwischen Auskommen, Demokratie und Freiheit eingegangen.
Referent/-innen: Stefanie Gemählich, Matthias Dilthey„Globale Soziale Rechte setzt aber auch der Anspruch der MigrantInnen auf weltweite Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit auf die Tagesordnung. Das stellt nicht nur Grenzen und soziale Hierarchien, sondern sämtliche nationalstaatlich-protektionistischen und noch die auf den europäischen Raum erweiterten Politikkonzeptionen in Frage.“ (aus der Plattform der Initiative für Globale Soziale Rechte)
Das Grundeinkommen - bedingungslos, aber für wen? Gekoppelt an Staatsbürgerschaft oder an einen Aufenthaltsstatus? Die Sans Papiers dann ausgeschlossen?
Das Grundeinkommen - realpolitisch gestaffelt von Land zu Land? Migrantisch durchkreuzt? Oder visionär als globales soziales Recht?
Verschiedene Instrumente der Arbeitsförderung werden oft als seriöse und realistische Alternative zum (unseriösen und unrealistischen) BGE gehandelt. Falls jedoch eine bedingungslose Einkommenssicherung fehlt, ist Arbeitsförderung immer mit Zwang verbunden.
Referent/-innen: Dr. Harald Rein, Dr. Martin DietzDas Sockel-GE-Modell ist auf dem Parteitag der Grünen 2007 (noch) nicht mehrheitsfähig gewesen. Ist es überhaupt anzustreben? An diesem Beispiel soll diskutiert werden, inwieweit politische Kompromisse hingenommen werden können, wenn dadurch die vier Kriterien für ein BGE aufgeweicht werden.
Referent/-innen: Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Stefan Wolf, Peter DellbrüggerModeration: Mag Wompel
Ein bedingungsloses Grundeinkommen setze eine gebildete Bevölkerung voraus, die mit der durch das Grundeinkommen ermöglichten individuellen Freiheit vernünftig umgehen könne.
Referent/-innen: Thomas Loer, Jutta Allmendinger (angefragt)In Deutschland wird die Schweiz nicht selten als ein sozialpolitisches Vorbild betrachtet. Der Workshop rückt die sozialen Ungerechtigkeiten des schweizerischen Modells ins Zentrum und zeigt, inwiefern das für die BGE-Diskussion vor diesem Hintergrund von Interesse ist.
Referent/-innen: Peter Streckeisen, Avji Sirmoglu, Maurizio CoppolaJede Kette ist so stabil wie seine schwächsten Glieder. Kinder sind die schwächsten Glieder einer Gesellschaftskette. Eine Kette beginnt, sich in ihre Einzelteile zu zerlegen, wenn die schwachen Glieder nicht stabilisiert werden.
Referent/-innen: Britta Engels, Ingrid WagnerModeration: Gisela Brunken
Das Konzept der BAG GE für ein bedingungsloses Grundeinkommen war nie als singuläres sozialpolitisches Projekt gedacht, sondern von Anfang an eingebettet in ein emanzipatorisches und transformatorisches Gesamtprojekt, das letztendlich zu einer freiheitlichen, solidarischen und gerechteren Gesellschaft führen soll. Sowohl das Grundeinkommenskonzept als auch die Grundzüge des von der BAG GE angedachten Gesamtprojektes sollen in diesem Workshop knapp und verständlich dargestellt, aber auch von Podiumsgästen und Besuchern kritisch hinterfragt werden.
Referent/-innen: Stefan Wolf, Benedikt FrankModeration: Olaf Michael Ostertag
Die biblische Wirtschaftsethik liefert eine beträchtliche Anzahl von Argumenten für das BGE, die aber von traditionellen theologischen Fakultäten und Kirchenleitungen kaum reflektiert werden
Referent/-innen: Dr. Markus Schlagnitweit, Prof. i.R. Dr. theol. Wolf-Dieter Just, Prof. em. Dr. Hans RuhIn diesem Workshop sollen Forschungsergebnisse präsentiert und diskutiert werden, wie z.B. bezüglich einer „dynamischen Simulation der Einführung und Effekte eines BGE“.
Referent/-innen: Ernst Schriefl, Dr. Manfred FüllsackDie Souveränität der Bürger ist die Grundlage freiheitlich demokratischer Ordnung. Mit der Gewährung eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) wird dieser Sachverhalt ausdrücklich anerkannt, mit einem BGE werden die Bürger als Bürger gleichgestellt und Freiräume erweitert, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Im Workshop soll es – in Diskussion mit den Teilnehmern – darum gehen, diesen Zusammenhang systematisch und empirisch zu begründen.
Referent/-innen: Dr. Sascha LiebermannDurch Abgaben für die Nutzung der Naturressourcen und direkte Rückverteilung des Aufkommens aus diesen Abgaben werden die „Commons“ geschützt. Gleichzeitig wird durch die Rückverteilung das gleiche Anrecht aller an diesen „Gemeingütern“ realisiert.
Referent/-innen: Damian Ludewig, Alwine Schreiber-MartensWir fragen in diesem Workshop nach Wurzeln des Anspruchs auf materielle Teilhabe in der Aufklärung und verbinden die bGE-Idee mit der Vision Bürgergesellschaft.
Referent/-innen: Paul Willems, Christoph SchleeDer Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann oder ein anderes Leben ist möglich.
Referent/-innen: Melina Klaus, Heidi AmbroschDie Schere zwischen wachsender Produktivität und sinkendem Lebensniveau der durch Rationalisierung etc. ‚arbeitslos’ werdenden Menschen geht weltweit weiter auseinander, anders gesagt, die weltweite Krise des Systems der Lohnarbeit spitzt sich existentiell zu. Ein Heer der ‚Überflüssigen’ entsteht. Die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens ist prinzipiell ein richtiger Schritt in dieser Situation, wenn sie mit der (Wieder)Belebung [...]
Referent/-innen: Kai Ehlers, Wolfgang Dueser, Markus BlümelDas BGE wäre im Stande, einen wesentlichen Beitrag zu mehr Fairness im Lokalen/Regionalen zu leisten! Wenn global gedacht, wäre es auch ein Schritt zu einer „Fairen Welt“. Dazu braucht es eine breite gesellschaftliche Debatte, die nicht nur eine Umverteilung des stetig wachsenden BIP ins Auge fast, sondern die den steten Zuwachs selbst zu hinterfragen beginnt.
Referent/-innen: Wolfgang PeknyIn Zusammenhang mit Demokratie kann das BGE unter unterschiedlichen Aspekten diskutiert werden. Ein Aspekt bezieht sich auf Durchsetzbarkeit der Einführung auf Grund direkt demokratischer Willensbildung.
Referent/-innen: Gerhard Schuster, Eric Patry, Kurt WilhelmiAuf dem Weg zur politischen Umsetzung des GE muss erheblich mehr als bisher auf eine Unterstützung aus dem sozialdemokratischen Lager gebaut werden. Dazu würde auch eine teilweise Neudefinition der Rolle der Gewerkschaften gehören. Anfänge zu einer solchen Entwicklung sind sichtbar – wie geht es weiter?
Referent/-innen: Bernd Coumanns, Johann HolmModeration: Mag Wompel
Vormittags und nachmittags, begrenzte TeilnehmerInnenzahl (20)
Platte Sprüche, aggressive Rechthaberei, schwarzweiß Bilder, Selbstgerechtigkeit: die Parolen gegen Sozialschmarotzer, Arbeitsscheue und Arme, die selber schuld sind, sind nicht nur am klassischen Stammtisch zu hören. In diesem Training wird u.a. in Rollenspielen der Einspruch gegen diese Phrasen und das Argumentieren für ein BGE geübt.
Vormittags und nachmittags, bis zu 60 TeilnehmerInnen möglich.
Dem Planspiel liegt die Annahme zugrunde, dass im Jahr 2020 das BGE bereits seit zwei Jahren Wirklichkeit geworden ist. VertreterInnen verschiedener sozialer Gruppen aus Wien, Basel und Berlin (Planspielrollen) begegnen einander und tauschen ihre Erfahrungen mit dieser neuen Lebens- und Gesellschaftssituation aus. Was ist beim Alten geblieben, was hat sich zum Besseren verändert, was ist noch schlechter geworden?
Wer am meisten von der Einführung eines steuerfinanzierten bGE profitieren wird – die Normalbürger oder Unternehmen - ist noch nicht ausgemacht. Je nach Modell könnte durch eine drastische Senkung der sgn. Lohnnebenkosten in erster Linie die Unternehmen die Nutznießer sein. Die Frage ist: wie kann es verhindert werden, dass die Unternehmen aus der Pflicht zur Mitfinanzierung der sozialen Sicherheit entlassen werden?
Referent/-innen: Günter Sölken, Prof. Götz W. Werner, Dr. Christoph StraweGrundeinkommen und die Sicherung des Zugangs aller zu sozialen Dienstleistungen und Gütern werden aus der Sicht einer radikaldemokratischen Infrastrukturpolitik sowie aus armutspolitischer und feministischer Sichtweise diskutiert.
Referent/-innen: Philipp Jacks, Dr. Michaela MoserModeration: Ronald Blaschke
Der Vorschlag, das BGE gleichzeitig in allen Ländern der EU einzuführen, wird detailliert beschrieben, wobei u.a. auf die neu einzurichtende beidseitige Zuständigkeit von EU und Mitgliedstaaten bezüglich des „Sozialen Bereichs“ eingegangen wird.
Referent/-innen: Klaus Sambor, Sepp KusstatscherIn diesem Workshop soll versucht werden, die ökonomischen und sozialen Verhältnisse als Zeitverhältnisse zu begreifen. Nicht nur die Erwerbsarbeitszeit wird durch die Logik der Profitmaximierung bestimmt, auch auf die Lebenszeit von Erwerbsarbeitslosen wird immer offener und umfassender zugegriffen. Die Bestimmung über die eigene Zeit wird so zu einem raren Gut. Das BGE erweist sich aus dieser Perspektive als ein wesentliches Mittel, über die eigene Lebens- und Arbeitszeit wieder frei und selbstbestimmt verfügen zu können.
Referent/-innen: Karl ReitterIm südlichen Afrika ist der Kampf für Teilhabe und eine würdige Existenz aller sehr weit entwickelt. Bündnisse unterschiedlicher nationaler (Gewerkschaften, Aidshilfegruppen, Kirchen) und internationaler (FIAN) Akteure bis hin zu offizieller Entwicklungshilfe (GTZ) bieten unterschiedliche Modelle an.
In Südafrika und Namibia haben von Regierung und Parlament eingesetzte Kommissionen Möglichkeit und Wirkung eines bge untersucht und optimistisch [...]
Moderation: Dagmar Paternoga, Werner Rätz
Ausgangssituation für ein BGE in einem Postsowjetischen Land (Kultur, Religion, Mentalität, Stadt-/Land-Unterschiede, derzeitige staatliche Hilfe, wirtschaftliche Lage.
Referent/-innen: Jörg DrescherAlternative Modelle zur Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens sollen auf ihre Kernpunkte hin vorgestellt und diskutiert werden.
Referent/-innen: André Presse, Dr. Ingmar Kumpmann

